Die Geschichte der Nellingen Barracks
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Das Gelände der Kaserne
befand sich ca. 12 Km südöstlich von Stuttgart (Baden-Württemberg,
Deutschland), auf den Fildern. Genauer gesagt in Ostfildern. Umgeben von den
bestehenden Ortsteilen Nellingen, Ruit, Parksiedlung, Scharnhausen und
Kemnat. |
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In den Jahren bis 1932 war
das Gelände der Nellinger Kaserne im Besitz des Königlichen Hauses
Württemberg. Es wurde bis dahin als Privatgestüt genutzt. König Wilhelm der 1.
hatte bereits als Kronprinz seine Liebe zu dieser herrlichen Landschaft
entdeckt. Nach der Aufgabe des ehemals Königlichen Privatgestüts im Jahr 1932 sollte das Areal für den neuen Landesverkehrflughafen genutzt werden. Im Herbst 1933 wurde mit der Erweiterung des Geländes begonnen. 1936 stellten Experten jedoch fest, dass das Grundstück den modernen Anforderungen nicht genügte. Man disponierte kurzerhand um und baute den Landesflughafen auf den Gemarkungen Echterdingen- Bernhausen. Das ist Heute der Stuttgarter Flughafen. Home |
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Nach dem Scheitern des Projekts " Landesverkehrflughafen " Nellingen errichtete das Reichsluftfahrtministerium ab dem Jahr 1937 einen Fliegerhorst auf dem Gelände. Es umfasste nun eine Fläche von 140 Hektar. Das nach Süden hin abfallende und teilweise hügelige Terrain wurde gerodet, eingeebnet, aufgeschüttet und eingesät. Die Starts und Landungen der Flugzeuge sollten auf einer kreisrunden Fläche stattfinden. Ab 1937 erbaute man die Gebäude des Fliegerhorstes im " Heimatschutzstil " mit Fachwerk. Hier war die Kommandantur untergebracht. Der Nellinger Fliegerhorst als Militärflugplatz wurde offiziell am 01.10.1938 in Betrieb genommen. Für die technischen Arbeiten des Fliegerhorstes wurden fünf große, funktionale Flugzeughallen gebaut. Die Belegungsstärke betrug im Jahr 1944 ca. 1000 Mann. Stationiert waren hier, unter dem Wehrbereichskommando 5, eine Flugzeugführerschule, eine Fliegerhorstkompanie, ein Werftzug und eine Transport Begleitkompanie. Text/Bild Quelle: www.stadtarchiv.ostfildern.de |
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Neben einem kleinen
Verpflegungslehrstab lag noch die 1942 gegründete Transport-Begleitkompanie
2/VII auf dem Fliegerhorst Nellingen. Jedes Kind bekam anschließend ein
Spielzeug geschenkt und die engagiertesten Bastler unter den Soldaten durften
fünf Tage in Sonderurlaub. Man saß, so erinnert sich ein Soldat, "auf
Nummer sicher " in Nellingen.Wenn ein neues Geschwader einschwebte und
auf der von Südost nach Nordwest verlaufenden Rollbahn aufsetzte, kam
Abwechslung in den Fliegerhorst. Dann musste die Stammbelegung die
Unterkünfte in der Kommandantur für die Gäste räumen und einstweilen in die
dahinterliegenden Baracken einziehen. Nach dem Polenfeldzug im September 1939
wurde das zweite Zerstörergeschwader ZG 76 mit ihren Messerschmitt Bf 110 C
nach Nellingen verlegt. Die durch ein Geschwader Im Jahr 1943 stellte man eine neue Einheit
zusammen, die einem Nachtjagdgeschwader zugeteilt war. Die Einsätze flog man
freilich vom nachtflugtauglichen Flughafen Echterdingen aus. Nachdem der
dortige Verkehrsflughafen im August 1944 schwer beschädigt und auch der
Flugplatz Böblingen im Dezember 1944 bombardiert worden war, verlagerten sich
die Aktivitäten der Luftwaffe mehr auf umliegende Einsatzorte wie etwa
Nellingen, wo sich nun immer wieder Teile des Nachtjagd-Geschwaders 6
aufhielten. Im Februar 1945 waren Teile der IV. Gruppe des Jagdgeschwaders 53
auf dem Fliegerhorst Nellingen stationiert. Dieses sogenannte
"Pik-As-Geschwader" war schon Ende 1944 auf Flugplätzen um
Stuttgart registriert worden. Das Jagdgeschwader 53 zog sich in den letzten
Kriegswochen nach Oberschwaben zurück und löst sich schließlich in der Gegend
Landsberg-Schongau auf. Auch die letzten Anstrengungen im Luftkampf hatten
nichts genützt: Der Krieg war verloren. Man räumte das Feld jedoch nicht,
ohne zuvor auf einem Teil des Geländes Sprengsätze gezündet zu haben. Die
Erdtrichter sollten die Landung der Alliierten erschweren. |
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Nachkriegsdeutschland |
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Als die einmaschierten französischen
Truppen Ende April 1945 die Zuständigkeit an die US Army übergaben (Raum
Stuttgart, Esslingen u. Fildern) kehrte schnell Ordnung ins tägliche Leben
der Zivilbevölkerung ein. Die US-Army war einfach locker drauf. Ohne
die Hilfe der Soldaten hätte es die Bevölkerung äußerst schwer gehabt in den
Nachkriegswirren vernünftig über den Tag zu kommen. Das öffentliche Leben
ging voran, Geschäfte und Märkte wurden eröffnet. Auch der Schulbetrieb
startete wieder und Arbeitsplätze wurden geschaffen. Viele werden nie
vergessen, was die US Amerikaner speziell in den ersten Jahren nach dem Krieg
für uns getan hat. |
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Fliegerhorst im Juni 1945 Nellingen Army
Technical Air Field overview 1946 / Luftaufnahme Nellingen Fliegerhorst 1946 Im August 1945 wurde der Flugplatz von den Amerikanern beschlagnahmt. Im Jahr 1947 auch der Flugplatz mit allem sich darauf befindenden Gebäuden. Als die US Army sich entschied doch länger in Nellingen zu bleiben, ließ sich die MP Schule der Army für Europa in den Fliegerhorstgebäuden nieder. |
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Im August 1945 besetzten
die amerikanischen Truppen das Flugplatzgelände. Die Gemeinden mussten nun
Arbeitskräfte für Aufräumungsarbeiten zur Verfügung stellen. Ihr Lohn wurde
später vom Landratsamt beglichen. Der Flugplatz diente der US Army zunächst
als "storage field", als Lagerplatz vor allem für ausgediente
Lastensegler. Viele Bürger waren über diese Altmaterialsammlung nicht
unglücklich, denn es gelang doch immer wieder, sich Gegenstände zu
"organisieren". Kinder bauten sich
Seifenkisten mit den Rädern der Lastensegler. In Scharnhausen zum
Beispiel verwendete man eine Flugzeugsitzbank als Gartenbank für Kinder.
Manche Erwachsene betrachteten die Flugzeuge als Baumaterial. In Nellingen kann man heute noch einen Gartenzaun bewundern,
dessen Pfosten früher als Streben zur Verbindung der Tragflächen mit dem
Flugzeugrumpf gedient hatten. Die Lastensegler blieben lange liegen. Noch
im April 1947 beschwerte sich die Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim
bei der Hofkammer des Hauses Württemberg, dass die amerikanische Besatzungsmacht
fünf Hektar des von ihr gepachteten Weidegeländes "diesseits des früheren
Fluggeländezaunes mit Hunderten von Lastenseglern und alten Flugzeugen
vollgestellt hat und dieselben zum Teil angezündet hat, sodass die
Trümmerstücke auf der ganzen Weide herumliegen. Erst im Februar 1950 entfernte man die auf den nordwestlichen Koppeln abgestellten Lastensegler. |
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Gliders / Lastensegler Sommer 1945 |
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An Weihnachten 1947 lud der damalige
Amerikanische Captain die Nellinger Kinder in den ehemaligen Fliegerhorst ein
und bewirtete sie mit einem Festmahl.
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Der Flugplatz diente sofort auch als
Getreidefeld für die US Army und die deutsche Zivilbevölkerung wegen
Nahrungsmittelnot. Auf "Befehl" mußten und konnten die Bauern die
Felder bewirtschaften, so daß im Dezember 1945 die Gemeinde Nellingen 1600 kg
Weißmehl verkaufen konnte. Bis November 1951 konnten die Bauern die Felder
bestellen. Anschließend wurden ihnen ihr Land, wegen des geplanten Neubau der
Nellinger Kaserne enteignet. |
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Text/Bild Quelle: www.stadtarchiv.ostfildern.de
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B.
Backgate (Nordtor) C.
Housing Area D.
Motorpools E.
Mannschaftsgebäude F.
Generalsgebäude
u. G.
Hubschrauber- H. Airfield |
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Die sogenannte Housing Area,
wo Unteroffiziere und Offiziere mit Ihren Familien wohnten, wurde in den
Jahren 1952 und 1954 erbaut, da die US Army erkannte doch länger in good old
Germany zu bleiben. 1957 wurde noch die Elementary School eingeweiht. Somit
hatte die Army die Bebauung der Kaserne abgeschlossen. Große wirtschaftliche
und sittliche Gefahren befürchteten die Randgemeinden der Kaserne bei dessen
Bau. Bald jedoch traten vor allem der Hubschrauberlärm und die Emissionen des
Heizwerks als Störfaktor in den Vordergrund. Gefahr drohte ebenfalls
aus der Luft. Dies wurde den Bürgern deutlich, als im Dezember 1967 ein in
den Nellingen Barracks stationierter Hubschrauber auf Scharnhauser
Gemarkung notlanden musste. Nicht auszudenken, was hätte geschehen können,
wenn der Hubschrauber über bewohntem Gebiet abgestürzt wäre. Plastisch
führte ein Beinahe-Unglück im Jahr 1970 diese Gefahr vor Augen: Direkt neben
einer Gruppe von Kindern, die im katholischen Kindergarten der Parksiedlung
spielten, bohrte sich die Notausstiegstür eines Hubschraubers in die Erde.
Ein in 50 Meter Höhe fliegender Helikopter der Nellingen Barracks hatte sie
verloren. Verletzt wurde niemand. Die Amerikaner hatten bis zu diesem
Zeitpunkt immer abgestritten, überhaupt Flüge über die Parksiedlung zu unternehmen. Daneben aber entwickelten
sich rasch freundschaftliche Beziehungen zwischen der deutschen Bevölkerung
und den US Truppen. Die Kommunalpolitiker
waren nun auch oft eingeladen, wenn es in den Nellingen Barracks etwas zu feiern gab. Als beispielweise das 168.
Pionierbataillon im Jahr 1957 auf dem Kasernengelände einen Geburtstag
beging, war Nellingens Bürgermeister Kirchner als Gast zugegen. Die Besatzungsmacht versuchte immer
mehr, sich den deutschen Nachbarn zu öffnen. Beim "Quaterly German/American
Council Dinner" in den Nellingen Barracks im März 1972 hob der
scheidende Kommandant Colonel Curtis L. Willett jr. vor den versammelten
Bürgermeistern der Kasernenrandgemeinden hervor, dass "eine
hervorragende beispielhafte Zusammenarbeit mit der deutschen Bevölkerung
erreicht" sei. Ein Jahr später forcierte General Anthony F. Daskevich
als Kommandant von Nellingen Barracks die deutsch-amerikanische Freundschaft
erneut. Zukünftig sollten die neu stationierten amerikanischen Soldaten Kurse
absolvieren, um die deutschen Sitten und Gebräuche kennen zu lernen. Kontakte
zu Deutschland sollten auf allen Ebenen geknüpft werden. Als positiv für die
Beziehungen bezeichnete der General die immer besseren Englischkenntnisse
der jungen Deutschen. Im Juni 1987 bekannte der scheidende Brigadegeneral
John P. Dreska: "Dass wir uns zu Haus fühlten, war für uns sehr
wichtig". Dieses Gefühl zu vermitteln, war das Anliegen der
selbständigen Gemeinden der östlichen Filder vor der Gemeindereform und auch
das Bestreben der Stadt Ostfildern nach 1975. In den 60er Jahren
erwarben sich die Soldaten der Nellingen Barracks durch Hilfsaktionen viele
Sympathien in der deutschen Bevölkerung. Im April 1964 rettete eine
in Nellingen stationierte Hubschrauberbesatzung vier Stuttgarter
Feuerwehrleute in spektakulärer Weise vor dem Ertrinken im Hochwasser des
Neckars. Die Besatzung wurde für ihren mutigen Einsatz vom Esslinger Landrat
mit der Ehrenurkunde des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. In den
folgenden Jahren festigte sich die Zusammenarbeit zwischen den amerikanischen
Soldaten und den deutschen Hilfsorganisationen. So wurde etwa die Freiwillige
Feuerwehr Ostfildern für den Katastrophenfall in der Bergung eines
Hubschraubers geschult. "Die Amis haben viel
Gutes getan", erinnert man sich und denkt dabei auch an die Hilfen der
stationierten Pionierbataillone bei diversen Häuserabbrüchen und
Erdaushüben. Ohne die Hilfe der Amerikaner wäre der Bau der Ruiter
Auferstehungskirche 1962 oder der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in der
Parksiedlung 1968 nicht so billig und schnell erfolgt. Die eigentlichen
Höhepunkte der deutsch-amerikanischen Kontakte bildeten die vielen
deutsch-amerikanischen Freundschaftsfeste, die seit dem Jahr 1964 regelmäßig
im Mai eines jeden Jahres auf dem Gelände der Nellingen Barracks stattfanden,
nachdem sie die Jahre zuvor zentral in Stuttgart gefeiert worden waren. Da
gab es militärische und sportliche Vorführungen aller Art zu bestaunen,
Musikvereine und Militärkapellen spielten auf, man konnte sich auf einem
Rummelplatz vergnügen, Theatervorstellungen ansehen, Kulinarisches
genießen, Rodeo reiten und bis spät in die Nacht hinein tanzen. Für die
deutsche Bevölkerung wie für die amerikanischen Soldaten war die
Deutsch-amerikanische Freundschaftswoche in den Nellingen Barracks bald ein
fester Bestandteil im Jahreslauf, ein Volksfest, auf das man sich immer
wieder freute. 1990 hatte sich die Freundschaftswoche zum bundesweit
zweitgrößten Fest seiner Art entwickelt. Die Soldaten liebten schon immer unser Bier, Schnitzel und Sauerkraut sowie die Gasthäuser. Zeitweise befanden sich z.B. im Jahr 1977, 5000 Bewohner in der Nellinger Kaserne. Die nächsten drei Fotos zeigen einige von vielen Gaststuben ab den frühen 50er Jahren, die von den US-Soldaten gerne besucht wurden. Home |
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Deutsch-Amerikanische Freundschaftswoche, |
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Der Fall der deutschen
Mauer am 9. November 1989 und der damit eingeleitete Beitritt der DDR zur
Bundesrepublik stellten wesentliche Gründe der Anwesenheit der US Army in Frage.
Das amerikanische Pentagon reagierte sehr schnell und verhängte bereits im
Januar 1990 einen Baustop für die US-Kasernen in Deutschland. Dies kam auch
für die Nellinger Stationierungstruppen völlig überraschend, denn sie hatten
bis zu diesem Zeitpunkt noch kräftig in die Renovierung der Kasernengebäude
investiert. Die militärischen Überlegungen der Vereinigten Staaten wurden
durch finanzpolitische Aspekte unterstrichen, denn die Stationierung
kostete den US-Haushalt enorme Summen. Allein für ihre Soldaten in
Süddeutschland überwies das amerikanische Verteidigungsministerium zuletzt
Monat für Monat 231 Millionen US-Dollar. Angesichts des großen
Haushaltsdefizits der USA verwunderte es nicht, dass die amerikanische
Regierung bereits im März 1990 erwog, das VII. US-Corps aus Deutschland abzuziehen.
Bei einem Erfolg der Wiener Abrüstungsverhandlungen sollten 30.000
Amerikaner aus der Region Stuttgart ihre Koffer packen. Im Juni 1991 gab das
Bundesverteidigungsministerium schließlich bekannt, dass die Bundeswehr
doch keinen Anschlussbedarf an die Nellingen Barracks geltend machen würde. In den Nellingen Barracks
wusste man lange Zeit nicht, wie es um die Zukunft der US-Kaserne bestellt
sein würde. General Robert P. McFarlin besaß 1990 noch keine Kenntnis davon,
ob und in welchem Umfang die in Nellingen stationierten Soldaten reduziert
werden sollten. Die Stimmung war im Vorfeld der im Mai stattfindenden
deutsch-amerikanischen Freundschaftswoche allerdings getrübt: "Keiner
weiß, wohin die Reise mit den Barracks geht", hörte man aus der Kaserne. Im Oktober 1990 setzte
sich auch die Landesregierung Baden-Württemberg dafür ein, die Nellingen
Barracks und die Esslinger Funkerkaserne vorrangig freizugeben. Der interministerielle
Ausschuss für Unterbringungs- und Liegenschaftsfragen der Streitkräfte
(IMA) teilte diese Wünsche dem Bundesverteidigungsminister mit. Alles
blickte nun auf die Haushaltsberatungen in den USA als sicherer Fingerzeig
für die Zukunft. Einen Monat später vertrat Bundestagsabgeordneter Hauser
öffentlich die Meinung, dass Nellingen Barracks binnen zwei Jahren geräumt
sei. Kurz darauf, am 18. September 1990, erhielt Oberbürgermeister Koch ein
Schreiben General McFarlins überreicht, worin der Kommandant der Nellingen
Barracks die teilweise Räumung des Kasernengeländes in den kommenden Jahren
in Aussicht stellte. Nach der Einschätzung des Stadtoberhaupts würde dies
"unsere Stadtgeschichte wesentlich verändern". Zunächst war allerdings
lediglich ein Abzug bis zum Jahr 1998 vorgesehen, der zudem das "Family
Housing"-Areal im südlichen Anschluss an die Parksiedlung aussparen
sollte. Von den gesamten 141 ha sollten diesen Planungen zufolge nur 90 ha
frei werden. Im Juni 1991 war im Ostfilderner Rathaus noch immer nicht
bekannt, wann das Kasernengelände vollständig geräumt sein würde. Der Beginn
des Abzugs sollte Ende 1992 erfolgen, so vermutete man. Alle Erwartungen
wurden jedoch bald übertroffen, denn Anfang Juli 1991 stand der 1. November
1992 als Termin für die vollständige Freigabe des Nellinger Kasernengeländes
in der Zeitung. Auf Grund der
Weltpolitischen Veränderungen verließen die Amerikaner die Nellinger Barracks
am
Am 8. November 1990 wurde diese Einheit nach
Saudi-Arabien entsendet, ihre Aufgabe war es, innerhalb des 7.Corps, den
Einheiten Nachschub zu liefern, Wartungsarbeiten, Transport und logistische
Unterstützung zu geben. Am 26. April 1991 kehrte das 2d Support Command
siegreich aus Saudi-Arabien nach Nellingen zurück. Am 9. Juli 1991 fand der
Kommandowechsel statt. " Change of Command ".
BG McFarlin übergab das Kommando nun an Colonel
John J. Tarpley, dem letzten Kommandeur der Nellinger Barracks. In den Nellingen Barracks tauschte man das
Militärgerät mit Besen. Schilder wurden abgeschraubt, Hausrat auf Flohmärkten
angeboten, Mobiliar abtransportiert. Es herrschte Aufbruchstimmung. Am 3.
November 1992 war es dann endgültig soweit. Mit der Einholung der
amerikanischen Flagge und der symbolischen Schlüsselübergabe an den
Rechtsnachfolger Bundesrepublik Deutschland endete die Geschichte der amerikanischen
Kaserne auf dem Gelände des erweiterten Scharnhauser Parks im Herzen
Ostfilderns. Den Schlüssel hatten nun einmal mehr "Fremde" in der
Hand. Mit der Überreichung der letzten amerikanischen Flagge an Oberbürgermeister
Koch brachten die scheidenden Soldaten jedoch nicht nur ihre Freundschaft
mit den unmittelbaren Nachbarn zum Ausdruck, sondern signalisierten
zugleich, wer als Nachfolger der amerikanischen Streitkräfte zukünftig das
Sagen auf dem Kasernengelände haben sollte: die Stadt Ostfildern. Die US Army übergab die
Kaserne an die Stadt Ostfildern, dem Haus Württemberg und der
Baden-Württembergischen Landesregierung zurück. Im
Jahr 1996 wurden fast alle Gebäude der Nellinger Kaserne abgerissen bis auf
die alten Fachwerkgebäude der ersten
Kommandatur von 1937. Hier hatte der General seinen Sitz Die Wohngebäude (Housing Area) wurden saniert und ab ca. Mai 1994 an die Zivilbevölkerung vermietet. Es entsteht bis zum heutigen Zeitpunkt ein neuer eigener Stadtteil, der " Scharnhauser Park ". Einkaufsgeschäfte, Firmen, Gaststätten stehen nun hier wo einst die Army Ihren Sitz hatte. |
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Hier zwei sensationelle
Photos die sehr schwer zu bekommen waren. Links eine Luftaufnahme der Nellingen
Barracks in Amerikanischer Nutzung aus dem Jahr 1990. Oben im Norden die
Housing Area, im Süden die Kommandantur-Gebäude, im Westen
Mannschaftsunterkünfte, im Osten Motorpools und Hangar mit U.S. Army
Fluggelände. Rechts eine Aufnahme Ende der 90er Jahre, dem heutigen Stadtteil
"Scharnhauser Park". Dort wo früher die Kaserne stand. Das Areal
ist 140 Hektar groß. Nach dem Truppenabzug der Army 1992 und dem Abriß der
meisten Kasernen-Gebäude Mitte der 90er Jahre entstand und entsteht ein
komplett neuer Stadtteil .In das Foto wurde die städtebauliche Struktur als
Fotomontage eingefügt wie er zum Teil schon aussieht und in Zukunft geplant
ist. Im Zentrum die "Landschaftstreppe", ein über ein Kilometer
langer öffentlicher Grünstreifen mit Blick auf die Schwäbische Alb. Im
Hintergrund das Neckartal. Davor im Norden die immer noch existierende,
renovierte Housing Area, im Süden die modernisierten Häuser der alten
Kommandantur, der Rest des Geländes wurde und wird bebaut mit Schulen,
Gewerbe, Einkaufszentrum, Stadthaus, Sportanlagen, Kindergärten. Der
Scharnhauser Park soll eines Tages 2500 Arbeitsplätze haben und ca. 9000
Menschen werden hier leben. Quelle: Bender, Jochen:
Kein Zutritt. Die Geschichte des Scharnhauser Parks vom Schlössle zur
Kaserne. Ostfildern,
2. Aufl. 1994. (Schriftenreihe des Stadtarchivs Ostfildern, Bd. 1). |

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Die Hubschrauber der in Nellingen stationierten Einheiten waren folgenden Typs: |
· 4 UH - 1H · 15 UH - 60A · OH - 58C · H - 34 A´s · H - 19 Ds · CH - 37 · H - 13 Typen: SIKORSKY,
APACHE, BLACK HAWK, KOBRA |
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Alle
US - Army Installationen die im Großraum Stuttgart waren
oder zum Teil noch sind.....Base closed*
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Luftbildaufnahme Nellingen
Kaserne 1955